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18.01.2011 - TV-Dokumentation über Ärzte - Immer mit Herzblut

Immer mit Herzblut
Ärzte: Niemals Feierabend
Ausstrahlung: 18. Januar 2011, 22.15 Uhr, ZDF

Landärzte im Rentenalter, verwaiste Sprechzimmer - und kein Nachwuchs in Sicht: Fast jeder fünfte niedergelassene Arzt in Deutschland steht vor dem Ruhestand. Bis 2012 werden sich gut 30.000 Ärzte altersbedingt aus ihrer Praxis zurückziehen. Aber auch Kliniken leiden unter Personalmangel. Laut Krankenhausgesellschaft NRW fehlen durchschnittlich drei Ärzte pro Klinik, fällt ein weitere Kollege aus, kann es ernsthafte Probleme geben. Gleichzeitig locken Länder wie Kanada, die Schweiz, Schweden und Großbritannien dank üppiger Gehälter immer mehr deutsche Jungmediziner.

Der Beruf hat sich radikal verändert. Kliniken und Ärzte stehen unter Kostendruck angesichts knapper Kassen, Arbeitsbelastung und familienfeindliche Schichtdienste steigen, Patientenkontakte werden immer kürzer und unpersönlicher. Der Arztberuf verliert an Romantik und nicht alle jungen Mediziner sind bereit, diesen Preis zu bezahlen.

Wie verkraften Ärzte die steigende Arbeitsbelastung? Wir begleiten die junge Ärztin Beatrice Retzlaff (29) im Deutschen Herzzentrum München. Für die Ausbildung zur Herzchirurgin an der renommierten Klinik muss sie viel auf sich nehmen. Zum einen aufreibende Zwölf-Stunden-Tage, die nervliche Belastung bei Operationen am Herzen, bei denen es oft um Leben und Tod geht und wenig Zeit für ein Privatleben. Die passionierte Sportlerin (Skifahren, Kiten, Wellenreiten) ist hin und her gerissen: Einerseits liebt sie die Herausforderungen ihres Berufes und andererseits fragt sie sich, wie sie später einmal Berufsleben und Familie unter einen Hut bringen soll, wenn sie ihre Facharztausbildung abgeschlossen hat.

In Mecklenburg-Vorpommern würde der 66jährige Mediziner Ludwig Sander gern seine Landarzt-Praxis einem Nachfolger übergeben. Doch er findet keinen. Vor über 30 Jahren machte er im Dorf seiner Jugend die Praxis auf und ist seitdem Landarzt mit Leib und Seele. 384 Einwohner zählt seine Ortschaft Pantelitz, nicht weit von Stralsund. Sein Wartezimmer ist trotzdem immer proppevoll, viele seiner Patienten kennt er schon seit Jahrzehnten, sie vertrauen ihm. 3.500 Patienten versorgt er. Und zwar nicht nur medizinisch. Nach der Wende sind viele Jobs verschwunden, der Konsumladen hat dichtgemacht, sein Sprechzimmer ist die letzte Nachrichtenbörse geworden. „Viele Menschen kommen zu mir, um einfach nur einmal zu reden.“ Zusätzlich zur täglichen Sprechstunde erledigt Sander Hausbesuche bei weit entfernt wohnenden Patienten, die den Weg in seine Praxis nicht mehr schaffen.

Autor: Robert Wortmann
 

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