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Welt-Aids-Tag 2011: Osteuropa ist Aids-Sorgenkind

Ein Leben mit HIV und AIDS war in den ersten Jahren der AIDS-Pandemie kaum vorstellbar. Wer an AIDS erkrankt war, hatte meist nur eine sehr kurze Lebenserwartung. Heute ermöglichen hochwirksame Medikamente, dass HIV-positive Menschen über viele Jahre, manchmal Jahrzehnte mit ihrer Infektion leben können. Doch es gibt nirgendwo auf der Welt Grund zu Entwarnung oder Sorglosigkeit, denn auch heute stirbt man noch an Aids, auch in Deutschland, vor allem die, die zu spät kommen, die ihre Diagnose erst erhalten, wenn sie schon unter Organausfällen leiden.

In Osteuropa breitet sich Aids bedrohlich schnell aus: Während die Neuansteckungen weltweit sinken, wächst die Zahl der Infektionen dort am schnellsten; 1,5 Millionen HIV-Positive gab es laut dem Bericht der WHO vergangenes Jahr in Osteuropa und Zentralasien - mehr als dreimal so viele wie 2001. Es starben dort letztes Jahr zehnmal mehr Erkrankte als 2001. Dagegen ging die Zahl der Neuinfektionen weltweit im selben Zeitraum um 15 Prozent zurück, auf 2,7 Millionen.
Schwerpunkt der Aids-Epidemie bleibt aber das südliche Afrika: 22,9 von weltweit 34 Millionen HIV-Positiven leben hier. Sieben von zehn Neuinfizierten kommen aus dieser Region. Das Land mit den meisten Infizierten ist Südafrika mit 5,6 Millionen.

Dagegen hat Deutschland mit geschätzten 2.700 Neuinfektionen in diesem Jahr laut Bundesgesundheitsministerium eine der niedrigsten Raten europaweit.
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) leben rund 73.000 Menschen in Deutschland mit dem Erreger. Das RKI geht allerdings davon aus, dass etwa 14.000 von ihnen noch keine Aidsdiagnose erhalten haben und nichts von ihrer Infektion wissen.

In Mecklenburg-Vorpommern leben zur Zeit etwa 500 Menschen mit HIV/Aids. Die Zahl der Neuinfektionen lag in diesem Jahr bei 25 und ist stabil.

Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern hat ihre Aktivitäten in der Aids-Aufklärung in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet, unter anderem
durch Präsentation der Aids-Aufklärungskampagne der Michael Stich Stiftung, durch zahlreiche Fachsymposien und Workshops, auf denen die vielfältigen Hilfs- und Beratungsangebote vorgestellt worden sind und auch darüber diskutiert worden ist, welche Hemmnisse bei der HIV-Prävention bestehen und welche Anforderungen an die Politik, die Gesellschaft und auch an die Risikogruppen gestellt werden können und müssen.

Allgemein ist weltweit ein Rückgang der Neuinfektionen zu beobachten. Das bedeutet, dass die zahlreichen Programme und Kampagnen zur Verhinderung von HIV-Infektionen Wirkung zeigen.

Kammerpräsident Andreas Crusius warnt dennoch: „Wir müssen mit großer Ausdauer die Prävention auf hohem Niveau halten. Wir müssen Solidarität mit den Betroffenen zeigen und Ausgrenzung vermeiden und immer erneut darauf hinweisen, dass Vorbeugung zwangsläufig die schärfste Waffe gegen das Leiden bleibt, dass das Immunsystem des Menschen weitgehend außer Kraft setzt und ihn damit vielen Erregern schutzlos ausliefert. Wir müssen aber auch Betroffene zu Beteiligten machen – nicht nur im gesellschaftlichen Dialog, sondern auch in der Forschung und Präventionsarbeit.“

HIV-Eckdaten M-V

HIV-Eckdaten Deutschland

 


 

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