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Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet Rückgang der ärztlichen Behandlungsfehler

Wie aus der Statistik hervorgeht, haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2012 insgesamt 7.578 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bearbeitet. Dabei lag in 2.280 Fällen ein Behandlungsfehler vor. Die Zahl der festgestellten Behandlungsfehler bewegt sich, gemessen an der Gesamtzahl von rund 18 Millionen Behandlungsfällen in den Krankenhäusern und mehr als 540 Millionen allein im vertragsärztlichen Bereich, in den 0,016 Promillebereichen. Auch dann, wenn man die bei den Krankenkassen, bei den Haftplichtversicherern und bei den Gerichten registrierten Fälle mit hinzu rechnet. Kammerpräsident Crusius warnt davor, Behandlungsfehler per se mit Ärztepfusch gleichzusetzen. „Ärzte machen Fehler, wir sind aber keine Pfuscher.“ Pfusch sei nichts anderes als eine bewusst nachlässig vorgenommene Arbeit um Kosten zu sparen. „Nach Pfusch kommt Vertuschung – genau das wollen wir nicht.“

In Mecklenburg-Vorpommern zeigt die Antragentwicklung der letzten Jahre nach seit 2008 stetigem Rückgang der Antragszahlen im Jahr 2012 wieder einen leichten Anstieg. Das mag an der erhöhten Akzeptanz der Schlichtungsstellen liegen. Von insgesamt 485 anhängigen Fällen aus Mecklenburg-Vorpommern hat sich im vergangenen Jahr in 46 Fällen ein Behandlungsfehler bestätigt. In 111 Fällen ist ein schuldhafter Behandlungsfehler nicht bestätigt worden. Damit liegt der Prozentsatz der begründeten Ansprüche bei 29,3 Prozent und ist knapp unter dem Bundesdurchschnitt (30,08 Prozent). Im Vergleich zum Jahr 2011 bedeutet dies einen Rückgang um 6,3 Prozent.
Die häufigsten Krankheiten/Diagnosen, die im Kammerbereich Mecklenburg-Vorpommern zur Antragstellung im Jahr 2012 führten waren Arthrosen der Hüft- und Kniegelenke mit Gelenkersatz, Verletzungen von Knie und Unterschenkel, Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens sowie Krankheiten der Venen, der Weichteilgewebe, bei Entbindungen und Verletzungen der Schulter und des Oberarmes. Die Auswertung der Behandlungsorte zeigt weiterhin, dass die Fälle mit 84 Prozent überwiegend aus dem Klinikbereich stammen, während der niedergelassene Bereich lediglich mit 16 Prozent beteiligt war. Ursache dafür ist die Tatsache, dass schwere Erkrankungen in Kliniken behandelt werden und Gelenkersatzoperationen auch stationär durchgeführt werden.

Bei Verdacht eines Behandlungsfehlers können sich Patienten an die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Norddeutschen Ärztekammern in Hannover wenden, die durch ein unabhängiges Gremium von Ärzten und Juristen den Behandlungsfehlervorwurf außergerichtlich prüft. Ziel der außergerichtlichen Begutachtung ist es, bei der Bestätigung eines Behandlungsfehlers, einen Vergleich im positiven Fall mit Entschädigung durch den Haftpflichtversicherer von der Klinik oder dem niedergelassenen Arzt zwischen den Beteiligten herbeizuführen.

Seit nunmehr 13 Jahren werden die Ergebnisse der Gutachterkommission und Schlichtungsstellen mit Hilfe des Medical Error Reporting Systems, kurz MERS, in einer bundesweiten Statistikdatenbank erfasst und ausgewertet. Für Dr. Crusius ist der offensive Umgang mit den Daten zu vermuteten und nachgewiesenen Behandlungsfehlern von großer Wichtigkeit und er betont: "So haben wir die Möglichkeit zu überprüfen, in welchen Bereichen Patienten Vorwürfe erheben und welche Diagnosen im Ergebnis zu einem Anspruch führen. Aus diesen Daten können dann Fehlervermeidungsstrategien entwickelt werden, die wiederum zu mehr Patientensicherung und letztlich auch zur Patientenzufriedenheit beitragen."
 

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