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STIKO empfiehlt Rotavirus-Schluckimpfung für alle Säuglinge

Über die generelle Kostenübernahme wird nun nach der aktuellen Rotavirus-Impfempfehlung im Gemeinsamen Bundesausschuss diskutiert und bis Oktober 2013 endgültig entschieden. Viele Krankenkassen übernehmen aber bereits derzeit schon die Kosten der Impfung (Übersicht unter www.impfkontrolle.de und www.crm.de).

Rotaviren sind die häufigste Ursache von infektiösen Gastroenteritiden im Säuglings- und Kleinkindalter insbesondere in den ersten beiden Lebensjahren. Sie verlaufen in der Regel länger und schwerer als Gastroenteritiden anderer Genese und häufig ist aufgrund der schweren Verläufe mit hohem Flüssigkeitsverlust eine Hospitalisierung erforderlich. Durch seine hohe Umweltresistenz spielt der Erreger auch eine große Rolle bei nosokomialen Infektionen in Kinderkliniken.

Die Rotavirus-Impfung kann insbesondere die Zahl schwerer Verläufe und erforderlicher Hospitalisierungen signifikant reduzieren. Seit Einführung der öffentlich empfohlenen Rotavirus-Schutzimpfung in M-V im Jahr 2009 kam es zu einem deutlichen Rückgang der Rotavirus-Infektionen insgesamt und vor allem auch bei den unter Zweijährigen. So wurde im Jahr 2012 mit insgesamt 1538 gemeldeten Rotavirus-Infektionen der niedrigste Wert der letzten 12 Jahre erreicht. Auch der Anteil der unter Zweijährigen lag mit 17 % (n=268) so gering wie nie zuvor (Abb. 1).


Abb.1: Gemeldete Rotavirus-Infektionen in M-V 2001-2012 nach Altersgruppen <2 Jahre und >=2 Jahre

Folgende Lebendimpfstoffe stehen zur oralen Applikation zur Verfügung:

Impfstoffe
RotaTeq ®
Rotarix ®
Firma
Sanofi Pasteur MSD
GlaxoSmithKline
Vakzine
5 Genotypen
G1, 2, 3, 4, P1(8)
1 Genotyp
G1, Kreuzimmunität nachgewiesen
Impfschema
3x i. A. von mindestens 4 Wochen
2x i. A. von mindestens 4 Wochen
Beginn
Ab voll. 6. Lebenswoche
Ab voll. 6. Lebenswoche
Ende
32. Lebenswoche
24. Lebenswoche

Synchronimpfungen mit anderen Kinderimpfstoffen, die im 1. Lebenshalbjahr verabreicht werden, sind möglich (wie z. B. 5- und 6-fach Impfstoffe, Pneumokokken und MenC).
Stillen und Frühgeburtlichkeit stellen keine Kontraindikation dar.
Beide Impfstoffe sind gut sehr verträglich. Leicht verlaufende Nebenwirkungen (Fieber, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit) traten bei Geimpften nicht signifikant häufiger als in der Placebogruppe auf.
Bei einigen Impflingen kann es nach der Impfung mit einem Maximum am 7. Tag p.v. zu einer Ausscheidung des Impfvirus über den Stuhl kommen. Säuglingen mit engem Kontakt zu immunsupprimierten Personen sollte der Impfstoff nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden.
Aufgrund eines möglicherweise geringfügig erhöhten Risikos für Darminvaginationen innerhalb der ersten Woche nach der ersten Rotavirus-Impfung, das mit dem Alter der Impflinge zunimmt, empfiehlt die STIKO deshalb dringend, die Impfserien frühzeitig zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen.

In Mecklenburg-Vorpommern zählt die Rotavirus-Impfung schon seit Juni 2009 zu den „Öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen“. Somit wird im Falle eines Impfschadens auf Antrag Versorgung in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes gewährt. Mit dieser Empfehlung war bisher noch keine generelle Finanzierung der Impfung verbunden.

Dr. med. Martina Littmann
Leiterin der Gesundheitsabteilung im
Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (LAGuS)
 

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