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In Mecklenburg-Vorpommern leichter Rückgang ärztlicher Behandlungsfehler 

Wie aus der Statistik hervorgeht, haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2013 insgesamt 7.922 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bearbeitet. Dabei lag in 2.243 Fällen (Vorjahr 2.280) ein Behandlungsfehler vor. Die Zahl der festgestellten Behandlungsfehler bewegt sich, gemessen an der Gesamtzahl von inzwischen rund 18,6 Millionen Behandlungsfällen in den Krankenhäusern und fast 700 Millionen allein im vertragsärztlichen Bereich, in der Promilleregion.

Kammerpräsident Crusius warnt davor, Behandlungsfehler per se mit Ärztepfusch gleichzusetzen. „Zu Pfusch gehört auch immer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns. Es wäre falsch und unredlich, Ärzten eine solche Haltung zu unterstellen.“

Die Antragsentwicklung der letzten Jahre im Kammerbereich Mecklenburg-Vorpommern zeigt nach vorübergehendem Rückgang der Antragszahlen seit 2012 wieder einen leichten Anstieg. Von insgesamt 546 anhängigen Fällen aus Mecklenburg-Vorpommern hat sich im vergangenen Jahr in 54 (von 195 entschiedenen) Fällen ein Behandlungsfehler bestätigt. In 141 Fällen ist ein schuldhafter Behandlungsfehler nicht bestätigt worden. Damit liegt der Prozentsatz der begründeten Ansprüche bei 27,7 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2012 bedeutet dies einen Rückgang um 1,6 Prozent. Die häufigsten Diagnosen, die im Kammerbereich Mecklenburg-Vorpommern zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren wie in den Vorjahren Knie-und Hüftgelenkarthrosen, Unterschenkel-und Sprunggelenkfrakturen sowie Rückenschmerzen.

Die Auswertung der Versorgungsebenen zeigt weiterhin, dass die Fälle mit 83,8 Prozent überwiegend aus dem Klinikbereich stammen, während der niedergelassene Bereich lediglich mit 16,2 Prozent beteiligt war. Ursache dafür ist die Tatsache, dass schwere Erkrankungen in Kliniken behandelt werden und Gelenkersatzoperationen auch stationär durchgeführt werden.

Bei Verdacht eines Behandlungsfehlers können sich Patienten an die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Norddeutschen Ärztekammern in Hannover wenden, die durch ein unabhängiges Gremium von Ärzten und Juristen den Behandlungsfehlervorwurf außergerichtlich prüft. Seit nunmehr 13 Jahren werden die Ergebnisse der Gutachterkommission und Schlichtungsstellen mit Hilfe des Medical Error Reporting Systems (MERS) in einer bundesweiten Statistikdatenbank erfasst und ausgewertet. Für Dr. Crusius ist der offensive Umgang mit den Daten zu vermuteten und nachgewiesenen Behandlungsfehlern von großer Wichtigkeit und er betont: "So haben wir die Möglichkeit zu überprüfen, in welchen Bereichen Patienten Vorwürfe erheben und welche Diagnosen im Ergebnis zu einem Anspruch führen. Aus diesen Daten können dann Fehlervermeidungsstrategien entwickelt werden, die wiederum zu mehr Patientensicherheit und letztlich auch zur Patientenzufriedenheit beitragen."
 

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