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Auswertung der Umfrage


Abb.1

Befragt nach der Nutzung des eHBA gaben 25,8 % der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte an, diesen nicht zu nutzen. Eine deutliche Diskrepanz zeigte sich zwischen stationär und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten – während 6,5 % der stationär Tätigen den eHBA nutzen, sind es im ambulanten Bereich bereits 68,7 % (Abb. 1).

 


Abb.2

Unter den digitalen Anwendungen der Telematik-Infrastruktur erreicht lediglich die per Gesetz vorgeschriebene Nutzung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) mit 69 % bei ambulant Tätigen eine bemerkenswerte Größenordnung, gefolgt von nur 50 %iger Nutzung der KIM (Kommunikation in der Medizin). Andere Anwendungen werden kaum genutzt (Abb. 2).


Abb. 3 

Auffällig ist ein infrastrukturelles Problem in Städten bis 50.000 Einwohnern: Jede/r vierte ambulant Tätige gab Probleme beim Internetzugang an – erst in größeren Städten verliert sich dieses Problem im einstelligen Prozentbereich (Abb. 3).

 


Abb. 4 

Bemerkenswert sind die Angaben zum Empfang und Versand von Befunden. Circa ein Drittel der Befragten kommuniziert ausschließlich analog via Fax oder Post (Abb. 4) und fast jeder ambulant Tätige erhält oder versendet Befunde per Fax. 

 


Abb. 5

Die Kommunikation und das Versenden von Befunden erfolgt mitunter auch mit sogenannten Messenger-Diensten. 12,9 % der Befragten nutzen solche Messenger, Spitzenreiter ist hier der Dienst WhatsApp™ (Abb. 5) – jeder Achte nutzt somit nach Einschätzung von Datenschutzbeauftragten einen „datenunsicheren" Dienst. 


Abb. 6

Eine deutliche Unzufriedenheit mit dem Prozess der Digitalisierung brachten 2/3 der Befragten im ambulanten Bereich zum Ausdruck. Sie gaben an, dass ihre Arbeit durch die Digitalisierung nicht erleichtert, sondern erschwert werde. Hingegen zeigt sich das Verhältnis im stationären Bereich fast umgekehrt (Abb. 6). Dies könnte daran liegen, dass im stationären Bereich bisher weniger bzw. andere Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht wurden, wodurch mit Digitalisierung mitunter etwas anderes verbunden wird.


Abb. 7a und 7b

Befragt nach den Zielen und Wünschen stehen bei den Teilnehmern der Umfrage sehr eindeutig die Zeitersparnis und die Arbeitserleichterung im Vordergrund – problematisch werden der Datenschutz und die Datensicherheit gesehen (Abb. 7a und 7b).


Abb. 8

Freiberuflichkeit ist ein hohes Gut. Daher haben wir nach einer empfundenen Bedrohung dieser gefragt. 30 % der ambulant Tätigen sehen Ihre Freiberuflichkeit aus den verschiedensten Gründen heraus durch die Digitalisierung bedroht (Abb. 8).

Schlussfolgerungen:
Die Ergebnisse der Umfrage singen kein Loblied auf den Prozess der Digitalisierung. Wir dürfen einige Arbeitsaufträge aus dieser Umfrage heraus formulieren:

 

• Die Kommunikation in der Medizin (KIM) muss sicher, effektiv und zeitsparend entwickelt und angewendet werden. Das werden wir nur schaffen, wenn wir den ambulanten und den stationären Bereich sowie den öffentlichen Gesundheitsdienst immer besser vernetzen. Zudem braucht es endlich einen allen Sicherheitsansprüchen gerecht werdenden  Messenger, der dann von möglichst allen genutzt werden kann – alternativ ist die Forderung nach einem einheitlichen Sicherheitsstandard zu stellen. Alle anderen digitalen Anwendungen finden derzeit nur eingeschränkt Beachtung – dies liegt an der nur ungenügenden Umsetzung von Arbeitsprinzipien wie Praktikabilität und Zeitaufwand.

• Angemahnt werden muss der noch immer mangelhafte Zustand der Infrastruktur im ländlichen Bereich. Hier sind zukünftig weitere Investitionen durch das Land zu tätigen.

• Bemerkenswert ist einerseits die aus unserer Sicht deutliche Sorge des Erhalts der Freiberuflichkeit und andererseits die Einschätzung der digitalen Frustration. Hier sind wir als Vertreter der Ärzteschaft erneut gefordert, die Freiberuflichkeit zu erklären und zu schützen aber auch zu entwickeln.

 

Dr. Jens Placke
Vorsitzender des Digitalisierungsausschusses der Ärztekammer M-V

Florian Kühn, Anastasiia Overchenko
im Auftrag des Digitalisierungsausschusses der Ärztekammer M-V

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Ärzteblatt M-V 
Januar 2023
 
 
 
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