demografischer Veränderungen und wachsender Anforderungen an die medizinische Versorgung ist es dringend geboten, die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nachhaltig und gerecht zu gestalten. Dabei müssen die Belange der Patienten, der Ärzteschaft und der Beitragszahler gleichermaßen berücksichtigt werden.
Aktuelle Herausforderungen
Die GKV steht vor der Aufgabe, die Qualität der Versorgung zu sichern, die Attraktivität des Arztberufs zu erhalten und gleichzeitig die Beitragssätze stabil zu halten. Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um die wachsende Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen zu schließen und die Solidargemeinschaft langfristig zu stärken.
Drei zentrale Vorschläge zur Harmonisierung von Gesundheitsausgaben und Einnahmen:
Kritische Prüfung und Reduzierung nicht-medizinisch notwendiger Leistungen
Die Ärztekammer unterstützt die Forderung der Expertenkommission für eine systematische Überprüfung des Leistungskatalogs der GKV ausdrücklich. Nicht alle derzeit erstatteten Leistungen sind medizinisch zwingend erforderlich oder kosteneffektiv. Durch den Abbau von Über-, Fehl- und Unterversorgung können erhebliche Einsparpotenziale erschlossen werden. Dabei müssen evidenzbasierte Kriterien und der Nutzen für die Patienten im Mittelpunkt stehen. Die freigesetzten Mittel sollten gezielt in die Stärkung der Grundversorgung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen investiert werden.Stärkung der Primärversorgung und Prävention
Die von der Expertenkommission vorgeschlagene Zuckersteuer wird von der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern ausdrücklich unterstützt.Abbau von Bürokratie und Digitalisierung: Effizienzsteigerung durch Entlastung der Ärzteschaft
Die Ärztekammer plädiert für eine deutliche Reduzierung der bürokratischen Belastung in Praxen und Kliniken. Durch die konsequente Digitalisierung von Prozessen (z.B. elektronische Patientenakte, Telemedizin) können Ressourcen geschont und die Arbeitsbedingungen für Ärzten verbessert werden. Die hierdurch erzielten Einsparungen sollten direkt in die medizinische Versorgung fließen.
Fazit:
Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern ist überzeugt, dass ein sozial gerechter Umbau des Gesundheitswesens nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten – Politik, Kostenträger, Ärzteschaft und Patienten – an einem Strang ziehen. Die genannten Maßnahmen bieten die Chance, die Finanzierung der GKV auf eine solide Basis zu stellen, die Versorgung zu verbessern und die Solidargemeinschaft zu stärken. Wir stehen bereit, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten und unsere Expertise einzubringen.
Der Vorstand der Ärztekammer M-V